Kiel im Mittelalter – Topografie

In meinem ersten Artikel zum dem Projekt “Kieler Kloster”, bin ich auf die historische Entwicklung eingegangen und habe meine Recherchen vorgestellt. In diesem Artikel möchte ich den Prozess der 3D-Erstellung beschreiben.

Nachdem ich einige Tage mit einem ersten 3D-Modell des Klosters herumexperimentiert und mich immer tiefer in das Konzept eingearbeitet habe, wurde deutlich dass ich mit der Topgrafie beginnen wollte. Nur so konnte ich das Modell in eine realistische Umgebung einbetten. Letztendlich führte das dazu, dass ich den Projektkontext angepasst und auf die Kieler Altstadt erweitert habe.

Heightmap
GIS System zur Erstellung einer Hightmap

Eine andere Lösung wäre die Modellierung eines Höhenprofils innerhalb von b3d. Zum Glück habe ich den dem Buch “Stadtarchäologie in Kiel”, eine entsprechende Karte dazu gefunden. Dort sind auch der Verlauf der Stadtmauer, die Lage des Klosters und der Nikolai Kirche, der Verlauf einiger Straßen und der korrekte Maßstab verzeichnet.

Das Sculpting funktionierte im Grunde, warf aber neue Probleme (aufwendige Nachbearbeitungen bei Korrekturen, etc.) auf und ich habe es ebenfalls verworfen.

Ich habe – mit Hilfe eines iPads/iPen, der App Procreate und der Karte – ein Höhenprofil nachgezeichnet. So habe ich eine sehr detailgetreue Grundlage erhalten, diese kann schnell und einfach angepasst und korrigiert werden. Mit einer Portion künstlerischer Freiheit ist so ein “Bild” entstanden, dass ich als Höhenprofil verwende.

Für die Erstellung der Topografie habe ich das AddOn True-Terrain verwendet. Damit wird aus dem “Bild” eine Displacement-Map erstellt und ich erhalte ein entsprechendes 3D-Modell.

True-Terrain bietet mir die Möglichkeit die entsprechenden Bodentexturen, Bäume, Pflanzen und größere Wasserflächen zu erstellen.

Sollte sich eine andere Datenlage ergeben, können durch eine einfache Bearbeitung in Procreate, Küstenlinien und Höhenprofile angepasst werden.

Kieler Kloster (1880)
Kieler Kloster (1880)

Ansätze zur 3D-Umsetzung von topologischen Strukturen

Für b3d (Blender) gibt es ein kostenloses AddOn mit dem sich GIS-Daten (Geoinformationssystem) auf ein 3D-Flächenmodell anwenden lassen.

Darüber hinaus gibt es Online eine sehr interessante Lösung, mit der sich ebenfalls sogenannte Hightmaps erstellen lassen (Link).

Nach einigen Test wurde aber deutlich, dass diese automatisierten Lösungen für die Erstellung einer historischen Topografie ungeeignet sind.

Zum einen hat sich die Topografie im Laufe der Jahrhunderte teils dramatisch verändert: Der Wasserspiegel der Ostsee lag im Mittelalter ca. 1-2 Meter tiefer als heute, ehemalige Wasserflächen wurden verlandet und zur weiteren Besiedlung genutzt, der “Schlossberg” (ca. 9 m über NN) wurde zur Gewinnung von Baumaterial und zur Landgewinnung um ca. 1,5 abgetragen – und zu guter Letzt berücksichtigen die aktuellen Satellitenaufnahmen auch künstliche Strukturen (Gebäude etc.) bei der Erstellung des Höhenprofils.


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